1898: Ein- und Austritt der „Young Boys“

Die Schülermannschaft, die für Spannungen sorgteBSC Young Boys

Dem Üben und Spielen auf dem Kirchenfeldplatz, wo sich heute das Gymnasium und die Landesbibliothek befinden, beteiligten sich vermehrt auch Gymnasiasten, die vom Fussballfieber ergriffen wurden. Einige dieser Jünglinge schlossen sich zusammen und bildeten fortan eine eigene Schülermannschaft. Der Vorstand räumte den Jungen eine gewisse Selbständigkeit ein, so dass sie einen eigenen Vorstand wählen durften. Die Schüler lernten schnell und begriffen die Feinheiten des Fussballspiels rasch. Sie waren wendiger und flinker als die behäbigeren älteren Herren und fanden beim Publikum des Vereins raschen Anklang. Verschiedene der begabten Schüler liess man in den Mannschaften des FC Bern spielen, was nicht allen Aktiven gefiel. Die Jungen trugen mit ihrem erfrischenden Spiel zwar massgebend zu den eingetretenen Erfolgen bei, doch aufgrund des Altersunterschiedes zu den gestandenen Akteuren entstanden Differenzen.

Geburtsstunde des BSC Young Boys 1898

Der Wert der jungen, spielfreudigen und talentierten Nachwuchsspieler wurde im Jahr 1898 zu wenig erkannt. Zur Abklärung der Angelegenheit fand im Dezember 1898 im „De la Poste“ eine denkwürdige Sitzung statt. Eine für beide Parteien annehmbare Lösung konnte nicht gefunden werden, wie aus dem Sitzungsprotokoll zu entnehmen ist:

Um den unhaltbaren Zuständen, die durch das selbständige und sogar arrogante Auftreten der Schülermannschaft, die einen Klub in unserem Klub gründen wollte, geschaffen worden ist, ein Ende zu machen, wird deren Vertreter der Vorschlag gemacht, entweder sich vollständig abzutrennen oder aber als Aktivspieler in unseren zu treten. (Sitzungsprotokoll 14. Dezember 1898)

Dieser Beschluss veranlasste einen Grossteil der Schüler, aus dem FC Bern auszutreten und einen eigenen Verein zu gründen. Diese Entscheidung ging in die Geschichte des schweizerischen Fussballsports ein, denn es war die Geburtsstunde des BSC Young Boys. Fortan herrschte zwischen den beiden Vereinen eine lebhafte Rivalität.