Für die Tapferkeit schlecht belohnt

Micha Burri: Verteidiger mit Offensivdrang.

Nach dem 3:2 Sieg auf dem Neufeld steigt der SV Lyss in die 2. Liga auf, obwohl der FC Bern in dieser Partie die bessere Mannschaft ist. Nach vier Siegen in Serie verlieren die Berner erstmals wieder.

jd. Noch lange nach Spielschluss erklang Jubel aus den Reihen des SV Lyss, der dank dem Sieg im spektakulären Spiel gegen den FC Bern in die 2. Liga aufsteigt. Es hätte auch anders enden können für die Lysser, denn der FC Bern hatte in diesem animierten Rencontre mehr Leidenschaft gezeigt und sich als hartnäckigen Gegner erwiesen. Das war nicht voraussehbar, fehlten den Bernern aufgrund von Sperren und Verletzungen doch einige Teamstützen. In der Offensive trat Simon Muolong in die Fussstapfen von Zimmermann (gesperrt) und Steiner (Militär), während Gashi im Mittelfeld an der Seite des wieder genesenen Mühlemann agierte.

Bern war in der ersten Halbzeit die aktivere Mannschaft. Schnell stellte sich heraus, dass der SV Lyss in einem engen Defensiv-Korsett auf seine Chancen lauern würde. Eine clevere Taktik, wie sich später erweisen sollte. Während der FC Bern eine handvoll hochkarätiger Chancen vergab, erzielte der Lysser Spielmacher nach 20 Minuten ein fantastisches Tor. Doch Gobelis Team liess sich zu keinem Zeitpunkt des Spiels von der eigenen Linie abbringen. Selbst als Lyss nach der Pause dank eines abgefälschten Schusses mit Glück zum 2:0 kam, spielte der FC Bern munter weiter. Dabei erwiesen sich insbesondere die beiden Abwehrchefs Gobeli und Burri als herausragende Akteure. So war es kein Zufall, dass ausgerechnet Jungspund Burri den Anschlusstreffer erzielte: abgekocht und im Stile eines Vollblut-Stürmers erinnerte er mit seinem Tor an Knipser-Legende O. Meyer. Beim Stand von 1:2 steigerten die Platzherren den Druck. Doch sowohl Heim wie Muolong brachten den Ball nicht ins Netz. Stattdessen ging die Kontertaktik der Gäste auf: Lyss traf nach einem Konter zum 1:3. Selbst zu diesem Zeitpunkt bäumte sich die Berner Equipe trotz unerträglicher Hitze und ersten Krampferscheinungen (Gobeli, Gashi) nochmals auf. Gashi traf aus der Drehung zum 3:2 und Bern suchte vehement den Ausgleich. Ausgerechnet Burri, der erste Berner Torschütze, vergab in den Nachspielminuten die letzte hochkarätige Möglichkeit.

 

Matchtelegramm:

FC Bern - SV Lyss 2:3 (0:1)

Neufeld. - 60 Zuschauer.

Tore: 20. Lyss 0:1, 55. Lyss 0:2, 71. Burri 1:2, 87. Lyss 1:3, 89. Gashi 2:3.

FC Bern: Bigler; Mc Nally, Gobeli, Burri, Barrio; Schwarz (68. Curic); Berisha (60. Steffen), Gashi, Mühlemann, Heim; Muolong (81. Dunkel).

Bemerkungen: Bern ohne Miescher und Zimmermann (gesperrt), Steiner (Militär), Gerber (1. Mannschaft), Mastroianni, Zarkov, Erceg, Jucker. Comeback von Berisha nach fünf- und Dunkel nach zehn Monaten Verletzungspause.