Ein verriegeltes Tor

Der tragische Held: Gerbers grossartige Leistung reicht nicht zu einem Punktgewinn gegen Burgdorf.

Zwei herausragende Torhüter drücken dem Spiel zwischen Bern und Burgdorf den Stempel auf. Am Ende entscheiden die Gäste die Partie mit dem Minimalvorsprung von einem Tor. Es hätte auch anders enden können ...

jd. Die Verzweiflung stand den Bernern ins Gesicht geschrieben: Trotz hochkarätigen Möglichkeiten gelang dem Heimteam kein einziges Tor. Die Hünengestalt im Tor des SC Burgdorf (Joël Kurt) schien das Gehäuse hinter sich verriegelt zu haben. Mit einer beneidenswerten Leichtigkeit sammelte der ehemalige Berner die Bälle ein, die auf sein Tor zuflogen. Selbst wenn die Situation für ihn ausweglos schien, vermochte er die Gefahr im letzten Moment zu entschärfen. Wie in der zweiten Hälfte, als er die gut besetzte Berner Offensivabteilung reihenweise zur Verzweiflung trieb. Von Känel und Zimmermann stürmten alleine auf das Tor, Steiner drosch den Nachschuss in den verregneten Himmel. Der FC Bern drückte bis zuletzt. Von Känel traf per Freistoss knapp neben das Tor, wie auch die eingewechselte Strafraumschlange Gashi kurz vor Schluss. Seltsamerweise erzielten die Gäste ausgerechnet in dieser zweiten Halbzeit, die von einem starken FC Bern bestimmt wurde, den einzigen Treffer der Partie. Ein Prellball landete zufällig in den Füssen des Burgdorfer Angreifers, der an den verdutzten Verteidiger vorbei zog und Torhüter Gerber überlistete.

David Gerber, seit kurzem mit furchteinflössender Kurzhaarfrisur ausgestattet, war nicht weniger herausragend als sein Gegenüber. Vor allem in der ersten Halbzeit stellte der Berner Torhüter seine gegenwärtige Topform wiederholt unter Beweis. Etwa nach zwanzig Minuten, als er die sicher geglaubte Burgdorfer Führung mit beinahe übersinnlichen Kräften verhinderte. Tatsächlich besass der Gast in der ersten Halbzeit ein leichtes Chancenplus und trat äusserst konzentriert auf. Im Mittelfeld wurde den Bernern kaum Raum gelassen, die Burgdorfer erwiesen sich als hartnäckige und zweikampfstarke Gegner. Bern hingegen verfügte zweifellos über mehr spielerische Klasse. Schon nach wenigen Minuten kombinierten sich die Platzherren geschickt vor das gegnerische Tor: Zimmermann und Kocher sorgten per Kopf für erste Gefahr. Trotz einer animierten und attraktiven ersten Hälfte blieb die Partie ohne Tore. Auch im zweiten Durchgang hielt die Partie das ansprechende Niveau aufrecht, mit dem Unterschied, dass nun die Berner für mehr Gefahr sorgten. Das Team von Trainer Gobeli wurde am Ende schlecht belohnt für eine leidenschaftliche Darbietung. Zumindest ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf eher entsprochen. Das Spiel hätte auch ganz anders enden können.

 

Matchtelegramm:

FC Bern - SC Burgdorf 0:1 (0:0)

Neufeld. - 80 Zuschauer.

Tor: 72. Burgdorf 0:1.

FC Bern: Gerber; Miescher (85. Barrio), Burri, Gobeli, Steffen; Hirschi; Kocher, Von Känel, Steiner, Fabio (74. Heim); Zimmermann (76. Gashi).

Bemerkungen: Bern ohne Moser, Berisha, Mühlemann und Jucker (verletzt), Dunkel (rekonvaleszent), Mastroianni und Mc Nally (3. Mannschaft), Zarkov, Schwarz und Erceg (abwesend).