
Der FC Bern setzt Leader Muri-Gümligen von Beginn unter Druck, gerät aber mit 0:2 in Rückstand. Doch selbst nach verschossenem Elfmeter zu Beginn der zweiten Halbzeit gibt die leidenschaftliche Berner Equipe nicht auf und zündet stattdessen ein spektakuläres Feuerwerk. Am Ende feiern Gobelis Akteure einen 5:3 Sieg!
jd. Diese Partie ging unter die Haut wie ein Drama in drei Akten. Das Problem erschien in Form eines 0:2 Rückstandes, die Lösung in Gestalt eines leidenschaftlichen Feuerwerks, das den Gastgebern einen versöhnlichen 5:3 Triumph einbrachte. Das überraschende Element: Eine heldenhafte Berner Rückkehr, die nicht absehbar war.
Bern startete furios. Aussenverteidiger Hirschi preschte in der ersten Minute furchtlos über die Seitenlinie nach vorne und bediente den mitgelaufenen Erceg, der am Gümliger Torhüter scheiterte. Die lebendigen Berner diktierten dem Gegner in der ersten Viertelstunde das Spiel. Muri-Gümligen jedoch schien dieses Szenario erwartet zu haben, vertraute auf eine kompakte Abwehr und konzentrierte sich auf das Konterspiel, meist über Routinier Küffer, der seine Stürmer mit geschickten Steilpässen fütterte. Die Gümliger Rechnung ging auf: Mit dem ersten Torschuss (16.) erzielten die Gäste entgegen dem Spielverlauf das 0:1. Bern war bemüht den Druck aufrecht zu erhalten und verfügte weiterhin über mehr Spielanteile. Daniele Sforza erwies sich dabei als wirkungsvolle Schaltzentrale im Berner Spiel. Mit zunehmender Spieldauer flachte die Partie jedoch ab. Das zweite Tor der Gümliger kurz vor der Pause - wieder war es Stürmer Sooder - traf Gobelis Akteure an empfindlicher Stelle. Nur wenige der zahlreichen Zuschauer glaubten noch an eine Wende.
Als Bern entschlossen aus der Kabine schritt und einen frühen Anschlusstreffer anstrebte, folgte der nächste Rückschlag. Stürmer Michel Steiner drosch einen Elfmeter neben das Tor des Gegners. Die Berner Spieler liessen sich nicht beirren und suchten ohne Schnörkel den Weg nach Vorne. Daniel Steffen, in Pause für Said eingewechselt, brachte viel Schwung über die rechte Seite und bediente in der 55. Minute Stürmer Kocher, der den 1:2 Anschlusstreffer erzielte und für den Wendepunkt in diesem spannungsgeladenen Rencontre sorgte. Die Berner spielten fortan wie in Trance. Der Ausgleich (65.) war eine lupenreine Koproduktion zwischen dem Mittelfeld-Tandem Wegmüller und Sforza. Der Führung durch Kocher in der 80. Minute ging ein sehenswerter Sololauf Steiners voraus. Als Dominik Kocher in der 87. Minute das 4:2 realisierte, avancierte er mit seinem dritten Tor zum Mann des Spiels, wobei in diesem unglaublichen Spiel die gesamte Mannschaft mit Lob zugedeckt werden muss. Zur Unterhaltung trugen auch die Gümliger bei, die auch nach 90 Minuten nicht abschalteten und zum 4:3 verkürzten. Die Berner verhielten sich aber geschickt und nutzten die offenen Räume. In der Nachspielzeit bediente der eingewechselte Moser den mitgelaufenen Steiner, was zum laut umjubelten 5:3 und zum Schlusspunkt in diesem epischen Duell führte.
Matchtelegramm:
FC Bern - FC Muri-Gümligen 5:3 (0:2)
Neufeld. - 150 Zuschauer.
Tore: 16. Sooder 0:1, 42. Sooder 0:2, 55. Kocher (Steffen) 1:2, 65. Wegmüller (Sforza) 2:2, 80. Kocher (Steiner) 3:2, 87. Kocher (Wegmüller) 4:2, 90. Berset 4:3, 92. Steiner (Moser) 5:3.
FC Bern: Gerber; Miescher, Burri, Gobeli, Hirschi; Erceg (64. Moser), Sforza, Wegmüller, Said (45. Steffen); Steiner, Kocher (87. Barrio).
Bemerkungen: 52. Steiner verschiesst Elfmeter. Bern ohne Mastroianni (Ersatz), Schwarz und Heim (Ferien), Mühlemann und Gashi (verletzt), Dunkel (rekonvaleszent), Zarkov, Mc Nally, Jucker (nicht im Aufgebot).