Sorgte für den verdienten Berner Ausgleich: Reto Wegmüller.

Ein Unentschieden - fast wie ein Sieg

Trotz personeller Unterzahl ab der 60. Minute erreichte Bern ein 2:2 gegen den Tabellenersten aus Roggwil. Die kämpferisch und spielerisch geschlossene Mannschaftsleistung stimmt zuversichtlich für den weiteren Saisonverlauf.

dm. Die Mannen von Gobeli und Oester hatten sich viel vorgenommen für diesen Rückrundenauftakt. Nach optimaler Vorbereitung inklusive Spaghettiessen und Waldspaziergang waren die Berner gegen den Tabellenersten aus Roggwil denn auch von Anfang an die spielbestimmende Mannschaft. Kompaktes Stellungsspiel, feine Kombinationen im Mittelfeld und kompromisslose Grätschen: Die zahlreichen Zuschauer sahen ein intensiv geführtes Fussballspiel im Neufeld. Einzig Torchancen vermochten sich die Berner nur selten herauszuspielen. So waren es die Gäste welche in der 20. Minute beinahe den Führungstreffer erzielt hätten. Nur dem überragenden Bern-Goalie David "Nussi" Gerber war es zu verdanken, dass seine Mannschaft nicht in Rückstand geriet. Mit einer blitzschnellen Reaktion klärte er einen Schuss aus kürzester Distanz zur Ecke. Sein darauf folgender Urschrei dürfte auch Elliott "Ulu" Jucker endgültig aufgeweckt haben, welcher zu diesem Zeitpunkt auf der Ersatzbank genüsslich sein Morgenessen verspeiste. Kurz darauf konnten die Berner ein erstes Mal jubeln: Mit einem Bogenball aus gut 40 Metern überraschte Daniele Sforza den gegnerischen Goalie zur 1:0 Führung: Von einer missglückten Flanke, die zum Torschuss mutierte, wollte der technisch versierte Aussenverteidiger nichts wissen: "Ich habe von Anfang an gesehen, dass der Goalie immer zu weit vor dem Tor steht."

Skandalöser Platzverweis
Nach der Pause überschlugen sich die Ereignisse. Nach einer schnellen Kombination über die linke Seite erzielten die Roggwiler per Kopf den Ausgleichstreffer. Abwehrchef Michael Gobeli sah den Grund fürs Gegentor in seinem missglückten Tackling an der Seitenline: "Da rutsch ich von hundert Mal ein einziges Mal daneben und dann gibt?s gleich ein Tor", sagte Gobeli. Kaum eine Minute später erzürnte der Schiedsrichter die Gemüter mit einer skandalösen Entscheidung. Weil er eine ernstgemeinte Frage von Schwarz als ironisch einstufte, zeigte er ihm die Ampelkarte. Mit dem anschliessenden Freistoss erzielten die Gäste das 2:1 Führungstor, nachdem der Ball geschätzte 100mal abgelenkt wurde.

Berner Aufbäumen
Anstatt in Lethargie zu verfallen, wie nach Rückschlägen so oft geschehen, bäumte sich die Mannschaft um Captain Migjen Gashi jetzt erst richtig auf. Mit einer kämpferisch geschlossenen Mannschaftsleistung spielte man die Roggwiler schwindlig und kam zu einigen ausgezeichneten Torchancen. So in der 80. Minute: Nach einem Pass vom eingewechselten Mühlemann scheiterte Wegmüller mit seinem Abschluss nur knapp am herauseilenden Gästegoalie. Kurz vor Schluss machte es der rechte Flügelflitzer, ohne grosse Vorliebe für diese Position, besser. Nach einer Flanke von Kocher und einem Querpass von Mühlemann drosch er den Ball in die Maschen. Der Ausgleich war Verdient, der Jubel auf dem Feld und an der Seitenlinie grenzenlos. Daniel "Danusi" Steffen brüllte "jetzt holen wir uns den Sieg." Tatsächlich hätte in der Folge nicht viel gefehlt und man wäre noch als Sieger vom Platz gegangen. Angesichts des Spielverlaufs können die Berner mit ihrer Leistung und dem Resultat aber durchaus zufrieden sein.

 

Matchtelegramm:

FC Bern - FC Roggwil 2:2 (1:0)

Tore: 30. Sforza 1:0. 55. 1:1. 60. 1:2. 87. Wegmüller 2:2.

Bern: Gerber; Sforza, Burri, Gobeli (80. Heim), Steffen; Kocher, Schneider, Schwarz, Wegmüller; Gashi (70. Moser), Steiner (65. Mühlemann).

Abwesend: Elliott Jucker, Nectan Mc Nally, Ismael Barrio, Arbnor Berisha (verletzt), Niculin Miescher (verletzt), Jonas Dunkel (rekonvaleszent).