
Am Tag der offenen Tore in Oberburg erzielt der FC Bern nach einem Pausenrückstand vier Tore in 15 Minuten. Trotzdem kehrt die Hektik ins Spiel zurück. Der FC Bern gewinnt 6:4 und Michel Steiner ist mit drei Toren Mann des Spiels.
jd. Die Entscheidung in dieser kuriosen Partie, die einer wilden Achterbahnfahrt glich, fiel nach einer Stunde. Zu diesem Zeitpunkt bot das Spiel einen offenen Schlagabtausch und der Gastgeber führte mit 2:1. Dominik Kocher kam in einer chaotischen Situation an den Ball, schlenzte diesen aus der Drehung in Richtung des leeren Oberburger Tores und überlistete damit die ganze defensive Organisation der Gastgeber. Nur Sekundenbruchteile nach dem Ausgleich tauchte Oberburg gefährlich vor dem Berner Torhüter Bigler auf, ehe auf der Gegenseite die Strafraumschlange Gashi zu einer Grosschance kam. Nach Gashis Fehlversuch reagierte Kocher am schnellsten, fand Regisseur Ameti, der von Oberburg nur mit einem klaren Foul zu stoppen war. Der Gefoulte verwandelte den Strafstoss entgegen allen Fussballgesetzen gleich selbst und brachte Gobelis Equipe mit 2:3 in Führung. Sekunden später wurde der omnipräsente Kocher von Schwarz auf die Reise geschickt, konnte aber von einem Oberburger Verteidiger noch entscheidend am Abschluss gestört werden. Auf der Gegenseite sahen die zahlreichen Schaulustigen, wie der fleissige Berner Verteidiger Burri eine Grosschance der Gastgeber vereitelte und die Führung seiner Mannschaft verteidigte. Trainer Gobeli schickte nun Edeljoker Zarkov auf den Platz. Prompt leitete dieser mit viel Gefühl das 2:4 durch Steiner ein. Trainer Gobeli fand offenbar Gefallen daran, mit Einwechslungen in die Dramaturgie des Wettkampfes einzugreifen. Er beorderte Nicola Mastroianni an die Stelle der Strafraumschlange Gashi und sah zu, wie Mastroianni kurz nach seiner Einwechslung zum 2:5 ins Netz traf. Innerhalb von 15 Minuten kehrten die Berner das Spiel vom 2:1 zum 2:5. Damit waren die drei Punkte indes noch nicht im Trockenen.
Die Partie war von fehlerhaften Abwehrreihen und grosser Hektik geprägt. Selbst ein Dreitorevorsprung zwanzig Minuten vor Schluss war für die Berner noch keine Garantie für den Sieg. Zu oft patzerte man im Spielaufbau und liess den Gegner agieren. Fünf Minuten nach Mastroiannis 2:5 liess Torhüter Bigler einen Ball abprallen, der zum 3:5 führte. In der Folge fasste Oberburg neuen Mut, scheiterte aber wiederholt an Bigler oder am Aluminium (86.). Es war kaum ein Zufall, dass ausgerechnet Michel Steiner diese Partie vorentscheiden würde. Der Mann, der in der 10. Minute das 0:1 erzielte, traf in der 88. Minute per Kopf zum 3:6 und bejubelte seinen dritten Treffer an diesem Nachmittag. Der wendige und trickreiche Steiner war mit Kocher der Aktivposten in der starken Offensive der Berner. Blau-Weiss Oberburg schien dennoch noch nicht zu kapitulieren und verkürzte in der 90. Minute auf 4:6. Kurz darauf zwangen die nimmermüden Gastgeber Torhüter Bigler erneut zu einer Glanzparade. Der FC Bern verfügte in dieser hektischen und attraktiven Partie über die effizientere Offensivabteilung. Der zweite Sieg in Folge dürfte Gobelis Mannschaft noch mehr Selbstvertrauen einhauchen. Wie schon gegen Ersigen überzeugte Bern II mit aufopferungsvollem Einsatz und einer mannschaftlich geschlossenen Leistung.
Matchtelegramm:
Blau Weiss Oberburg - FC Bern 4:6 (2:1)
Oberburg. - 120 Zuschauer. - SR: Fischer.
Tore: 10. Steiner (Erceg) 0:1, 30. Oberburg 1:1, 41. Oberburg 2:1, 57. Kocher 2:2, 62. Ameti (Foulelfmeter) 2:3, 71. Steiner (Kocher) 2:4, 73. Mastroianni (Steiner) 2:5, 77. Oberburg 3:5, 88. Steiner 3:6, 90. Oberburg 4:6.
Verwarnungen: 57. Schwarz (Foul), 60. Ameti (Reklamieren), 66. Gashi (Handspiel).
FC Bern: Bigler; Mc Nally, Miescher, Burri, Steffen (85. Frutig); Kocher, Ameti, Schwarz, Erceg (69. Zarkov); Gashi (75. Mastroianni), Steiner.
Bemerkungen: Bern ohne Mühlemann, Moser, Jucker und Dunkel (verletzt), Gobeli (Ausland), Heim (abwesend), Wyssbrod (Ferien). 14. und 86. Lattenschüsse Oberburg. Comeback von Daniel Steffen nach Auslandaufenthalt.