1894 - 1896: Die Gründungsepoche

Die stolzen Gründer des FC Bern: In der Mitte Felix Schenk, Dr. med. R. Vogt (oben links), Paul Kehrli (oben rechts), Dr. med. E. Jordy (unten links) und Prof. Dr. H. Strasser (unten rechts).

Dr. med. Felix Schenk, der Pionier

Wir befinden uns in den 1890er Jahren. Ein Mann, bekannt als Förderer des Turnwesens, selbst ein beliebter Nationalturner und tüchtiger Schwinger, vernahm vom neuen Rasenkampfsport,  dem Fussballspiel. Nach genauem Studium kam er zur Ansicht, dass der Fussballsport die körperliche Ertüchtigung fördert und dem nach streng vorgeschriebenen Gesetzen ausgeführten Turnen gleichzustellen ist. Dieser Pionier des Fussballsports auf dem Platz Bern, dem wir Bärner für seine Bahn brechenden Ansichten bis heute dankbar sind, hiess Dr. med. Felix Schenk. Er war der Sohn des damaligen Bundesrates Schenk, der für seine gerechte und bestimmte Amtsführung im ganzen Land beliebt war. Obwohl die damaligen Turner Schenks Ansichten als störend empfanden, liess sich der Pionier nicht beirren. Unentwegt verfolgte er zielbewusst den eingeschlagenen Weg und fand unter seinen Berufskollegen und Freunden Anhänger, die vom erzieherischen Wert des Fussballspiels und dessen Entwicklungsmöglichkeiten überzeugt waren.

6. Juni 1894 - Gründungstag des FC Bern

Am 6. Juni 1894 gründete Dr. Schenk die "Turnspielgesellschaft der Stadt Bern" und damit gleichzeitig den Fussballclub Bern. Im Laufe der Jahre vermochte die neue Vereinigung, die die sportliche Betätigung allgemein befürwortete, die grosse Masse zu erfassen. Die Gründer um Dr. Schenk, Prof. Dr. Strasser, Dr. med. E. Jordy, Dr. med. Rob. Vogt und Paul Kehrli riefen eine Vereinigung ins Leben, deren Zweck darin bestand, die Körper der Mitglieder vielseitig und auf eine lockere Art auszubilden, sich in der freien Natur zu tummeln, gesunde Bewegungsspiele auszuführen und als Gleichgesinnte frohe Stunden zu geniessen. Sauberkeit in den Handlungen, im Denken und in der Ausübung der sportlichen und moralischen Verpflichtungen war erste Pflicht. Wir sind stolz auf die Gründer, denn sie haben den FC Bern auf gesunden Grundmauern aufgebaut. Wir werden diesen Förderern stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Die ersten Jahre

In den ersten Jahren mussten die primären Übungen mit dem Ball erlernt werden. Dr. Schenk spielte, trotz fortgeschrittenem Alter, bei jeder Gelegenheit mit und präsidierte den Verein bis 1896. Die erste Sitzung des Klubs fand im Hotel Du Pont statt. Zwanzig begeisterte Sportsleute fanden sich ein. Anlässlich dieser denkwürdigen Tagung wurden bereits weittragende Beschlüsse gefasst. Die Anwesenden wählten aus ihrem Kreis den ersten Vorstand, den Prof. Dr. med. Strasser präsidieren sollte. Geübt und gespielt wurde vorerst auf dem Kasernenareal. Die heute selbstverständliche Balltechnik und das abwechslungsreiche Mannschaftsspiel kannte man damals noch nicht. Einer lief hinter dem anderen her und versuchte, diesem den Ball abzujagen. Um etwas System in die Ausführung des richtigen Spiels zu bringen, fuhren zwei Berner Herren nach Zürich, um dort ein Wettspiel der Grasshoppers (gegründet 1886), die bereits eine ansehnliche Spielkultur aufwiesen, zu besuchen. Später feilten die Ballbegeisterten vermehrt auf dem Platz beim Kirchenfeldschulhaus intensiv an der bestmöglichen Verfeinerung des Spiels. Den ersten Match spielte der FC Bern gegen eine Fussballvereinigung des Lorraine-Quartiers. Am 16. März 1896 freuten sich die Mitglieder des FC Bern anlässlich einer Sitzung im Hotel Jura (Bubenbergplatz), als Mitglied der Association Suisse de Football aufgenommen worden zu sein. Kurz vor der Jahrhundertwende wurde die Bierzeitung lanciert. Diese bis 16-seitige Schrift, die bis in die 1910er Jahre existierte, gilt als Vorgängerin des 1916 erstmals erschienenen Kluborgans.