1. Mannschaft: Rückrundenauftakt !

Unser neuer Trainer, Manuel Bregy, vor dem Rückrundenauftakt im Interview. Wir wünschen der 1. Mannschaft beim Rückrundenauftakt gegen den FC Muri – Gümligen (Samstag, 10. März 16h30 Neufeld ) viel Erfolg und freuen uns auf zahlreiches Erscheinen !

– Welches waren deine Beweggründe/Motivation, den Trainerposten bei der
1. Mannschaft des FC Bern zu übernehmen?

Bern ist einer der ältesten Fussballclubs in Europa und besitzt eine grosse Tradition. Leider ist nicht mehr viel vom Glanz vergangener Tage übrig und der Verein steht vor einem kompletten Neuanfang mit grösstenteils jungen, innovativen sowie motivierten Menschen in Führungspositionen. Die jungen Entscheidungsträger werden durch nötige Routine und ausgewiesenen Führungspersönlichkeiten gestärkt, diese Strategie gefiel mir. Die Challenge FC Bern hat mich gereizt und stellt eine grosse Herausforderung dar. Aus sportlicher Sicht steht mir eine blutjunge und sehr lernwillige Mannschaft auf hohem Amateurlevel zur Verfügung. 

 

– Welche Eindrücke konntest du seit deinem Amtsantritt von deinem Team
gewinnen?

Im Kader stehen etliche ehemalige Leistungsfussballer aus dem U-Bereich. Die jungen Menschen sind dabei, sich im Fussballerleben neu zu orientieren und finden. Wir haben spielerisch und technisch sicher etwas zu bieten, sind aber im taktischen Bereich sehr wild und naiv. Schnellstmöglichst arbeiten wir vom Staff auch an der Hierarchie im Team und versuchen klare Strukturen und Ideen zu verinnerlichen. 

 

– Wo siehst du Potential, wo siehst du Verbesserungsbedarf?

Im Umschaltspiel offensiv haben wir mit unseren technisch versierten und schnellen Spielern interessante Möglichkeiten. Der Kader verfügt über viele Kreativköpfe, welche immer für Überraschungsmomente gut sind. Im Spiel gegen den Ball und im Defensivverbund als Mannschaft werden wir uns massiv steigern müssen. Jeder einzelne Spieler muss wieder an sich und das Team glauben. 

 

– Was sind – angesichts der schwierigen Tabellensituation – deine sportlichen Ziele mit der Mannschaft?

Wir vom Staffteam (Kompetenzteam) versuchen klare Hierarchien und Strukturen für das Team zu erarbeiten. Wichtig ist auch, dass die Spieler in unserem Kader eine positive und wertschätzende Arbeitsatmosphäre vorfinden. Und, es soll keine Floskel sein, müssen die Spieler eine absolute Siegesmentalität vorleben und in jedem Spiel an die drei Punkte glauben. Auch wenn es aktuell utopisch wirkt, der Ligaerhalt muss das Ziel sein. 

 

– Wie würdest du dich als Trainertypen beschreiben? Was ist deine Coaching-Philosophie?

Ich hatte das Glück, mit Fabian Zulliger und Kurt Feuz während meiner Aktivzeit hervorragende Fachmänner und Menschen als Trainer zu haben. Von ihnen habe ich viel mitgenommen. Bei meiner ersten Tätigkeit als Trainer beim SC Wohlensee habe ich vor allem auf der menschlichen Ebene extrem profitiert, bei den YB-Frauen, als Assistent von Marisa Wunderlin, lernte ich über fussballtaktische sowie analytische Aspekte bis hin zum Kraftaufbau/Athletik sehr wertvolle Dinge. Mit 31 Jahren bin ich sicher auf der Suche nach einem klaren Stil. Ich persönlich charakterisiere mich als sehr verständnisvollen und sensiblen Trainer, welcher die Sprache der Spieler versteht und Dynamik/Motivation ins Ganze reinwirft. Zudem lebe ich quasi 24h am Tag für den Fussball.

 

– Welche Schwerpunkte legst du in den Trainings?

Der Trainerstaff um Sven, Berat, Costa, Natalie und mir ist sehr bemüht, eine positive und lernreiche Atmosphäre zu kreieren. Die Jungs sollen also mit viel Wille, Lust und Freude ins Training kommen und anschliessend vom Know How eines jeden Staffmitgliedes profiteren. Aktuelles Augenmerk liegt auf unserer Spielidee und dem Umschaltspiel def/off. Zudem gilt es an der defensiven Stabilität/Kompaktheit zu arbeiten. Wir dürfen uns nicht vor den Duellen verstecken und heiss sein auf jeden ersten und zweiten Ball. Wenn wir um Punkte mitspielen wollen, müssen diese Aspekte einfach jedem Spieler klar sein. Ohne eine gut strukturierte Defensive, müssen wir erst gar nicht über andere Dinge sprechen. Wichtig ist uns, dass wir auch immer wieder Übungseinheiten thematisieren, in welchen die Spieler auf engem Raum schnelle Entscheidungen treffen müssen und immer mental im Kopf „online“ sind. 

 

– Welches sind deine langfristigen Ziele mit der 1. Mannschaft des FC
Bern?

Für den Verein wäre es mehr als wünschenswert, in drei bis vier Jahren wieder eine etablierte 1. Mannschaft in der 2. Liga interregional zu haben. In dieser Mannschaft wünsche ich mir dann Spieler, welche sich authentisch mit dem Traditionsverein identifizieren und Ambitionen für mehr verfolgen. Heute spielen immer wie mehr junge Spieler nur für sich oder die Ligazugehörigkeit, sind sehr ungeduldig und oft schlecht beraten. Bern muss schnell wieder attraktiv für gut ausgebildete und junge Spieler sowie realistisch ambitioniert mit einer klaren Vision sein. Bern soll von nun an wieder positive Schlagzeilen schreiben und für Spieler, Eltern, Funktionäre, Sponsoren, Partnern und Stadt ein vertrauenswürdiger Partner darstellen.

 

 

Vielen Dank für das Gespräch, Manu !