Der FC Bern stellt seine jungen und talentierten Schiedsrichter vor:

Der Job eines Schiedsrichters ist sicher nicht der einfachste. Die Anforderungen an die Unparteiischen sind hoch. Für den FC Bern haben sich die zwei Jungtalente Oisin Ritter und Gian Feller vorgestellt und fünf Fragen beantwortet. Der FC Bern dankt nicht nur unseren zwei sehr talentieren Schiedsrichter für ihren Einsatz sondern wünscht allen Unparteiischen „guet Pfiff“.

 

Stell dich kurz vor.

G.F.: Mein Name ist Gian Feller. Im Sommer habe ich die Matur, dann mache ich anschliessend ein Zwischenjahr, mit dem Ziel danach das Sportstudium zu beginnen. Ich bin Schiedsrichter für den FC Bern und pfeife aktuell in der 4. Liga, zudem gehöre ich der Schiedsrichter-Talentgruppe des Fussballverbands Bern-Jura an.

O.R.: Mein Name ist Oisin Ritter. Ich komme aus der Länggasse und besuche das Gymnasium Neufeld. Meine ersten Fussballschritte machte ich beim FC Bern im Jahr 2006. Ich durchlief alle Junioren-Stufen und spiele nun bei den B-Junioren. Im Herbst 2016 absolvierte ich den Schiedsrichterkurs und pfiff noch in demselben Jahr meine ersten Spiele auf dem Niveau der C-Junioren.

 

Was hat dich bewogen, Schiri zu werden?

G.F.: Der SR-Verantwortliche des FC-Berns fragte vor zwei Jahren in unserem Team nach, ob jemand Lust habe, den Schirikurs zu absolvieren. Daraufhin habe ich mich spontan als einziger der Mannschaft dafür gemeldet. Ich wollte eine neue Erfahrung im Fussball machen. Das hat sich bisher zu 100% ausbezahlt.

O.R.: Ich war schon seit dem Alter von 12 Jahren auf dem Fussballplatz als Schiedsrichter tätig, damals aber nur um Spiele der F- und E-Junioren zu leiten. Mir war schon zu dieser Zeit klar, dass ich den Sprung in die höheren Jahrgänge machen würde. Zu eben dieser Zeit wurde mir auch bewusst, dass ich es als Spieler nicht so weit bringen würde, wie vielleicht als Schiedsrichter.

 

Was magst du an diesem Job?

G.F.: Ein Spiel zu leiten erfordert enorme Konzentration und Laufbereitschaft während 90 Minuten. Diese Herausforderung in jedem Spiel anzugehen, finde ich sehr spannend und reizvoll. Als Schiedsrichter habe ich mich mental und physisch weiterentwickelt, man wächst mit jedem Match und jeder neuen Erfahrung auf dem Platz. Zudem habe ich als Schiedsrichter die Chance, in die höchsten Fussball-Ligen aufzusteigen, was ich als Fussballer nicht geschafft hätte.

O.R.: An meinem Job mag ich eigentlich alles, aber das Schönste ist es, wenn nach dem Spiel die Spieler und Trainer dir die Hand reichen und vielleicht jemand noch ein Kompliment macht. Über freundliche Kommentare aus den Zuschauerreihen kann ich mich jedes Mal freuen.

 

Schlimmstes Erlebnis?

G.F.: Im Frühling dieses Jahres war ich als Schiedsrichter an einem internationalen Junioren Turnier in Lissabon. Im Viertelfinal leiteten wir ein Spiel zwischen einer portugiesischen und einer japanischen Mannschaft. Die Portugiesen verloren den Match und mussten die Koffer packen. Die Eltern machten natürlich uns für das Ausscheiden ihres Teams verantwortlich. Nach dem Spiel musste unser Trio von der Security vor einer wütenden Horde Väter geschützt und in die Kabine begleitet werden.

O.R.: Mein schlimmstes Ereignis spielte sich bereits in meinem ersten Spiel ab. Nachdem ich bereits Schwierigkeiten hatte den Platz zu finden, fing der Heimtrainer dann auch noch Zoff mit meinem Betreuer an und es stand ein Spielabbruch auf dem Spiel. Das Spiel verlief dann aber ohne grössere Schwierigkeiten. Dieser Match blieb mir als schlechtes Ereignis aber doch als gute Erfahrung in Erinnerung.

 

Ziele als Schiri?

G.F.: Mein Ziel ist der Aufstieg in die Super League und anschliessend internationale Spiele als FIFA-Schiedsrichter zu leiten. Bis dahin ist es aber noch ein sehr langer Weg. Als Schiri sollte man sich daher immer auch kurzfristige Ziele setzen und Schritt für Schritt gehen. Mein nächstes Ziel ist die Promotion für die 3. Liga.

O.R.: Meine Ziele sind es, irgendeinmal ein Spiel auf internationalem Niveau zu pfeifen und vor allem so lange dem Schiedsrichterwesen erhalten zu bleiben wie es meine Gesundheit zulässt.

 

Welche Regeln würdest du ändern?

G.F.: Ich würde einführen, dass der Schiri in jedem Spiel schwarz trägt und sich die Farben der Teams klar von ihm unterscheiden müssten. Zudem sollten Reklamationen der Spieler strikter verboten und geahndet werden. Zum Beispiel sollte nur noch der Captain mit dem Schiri sprechen düInterview FC Bern

O.R.: Wenn ich eine Regel ändern dürfte, würde ich die Abseits-Regel aufheben. Es gibt nichts Schwierigeres zu sehen, als wer wann gestartet und wer noch wo stand. Das Abseits ist auch der häufigste Grund warum reklamiert wird, denn jeder Spieler sieht es anders und die Zuschauer sowieso. Rein aus der Sicht des Schiedsrichters wäre dies die beste Regeländerung. Ich würde auch die Regel einführen, dass schon bei der kleinsten Reklamation die gelbe Karte gezückt und die Verwarnung ausgesprochen werden könnte. Der Schiedsrichter wird seinen Entscheid sowieso nicht zurücknehmen.